Mit Effizienz zum Turniersieg: Spanien schlägt Frankreich knapp mit 31:30 (17:14)
- 28. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Ein packender Schlagabtausch am dritten Spieltag krönt die Iberer zum Champion der Airport Trophy. Frankreich fordert den Favoriten bis zur letzten Sekunde, belohnt sich für den grossen Einsatz am Ende jedoch nicht mit dem Ausgleich.
Die Ausgangslage vor dem fünften Turnierspiel war klar: Ein Sieg oder ein Unentschieden würde Spanien den sicheren Turniersieg bescheren, bei einer Niederlage hätte das grosse Rechnen begonnen. Entsprechend engagiert und mit viel Tempo starteten beide Teams in die Partie. In einer torreichen Anfangsphase stand es bereits nach acht Minuten 4:5 aus Sicht der Franzosen. Spanien versuchte nach Gegentreffern konsequent, über die „schnelle Mitte“ zum Erfolg zu kommen. Frankreich zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt, fing die Angriffe stark ab und erwischte die Spanier mehrfach in der Rückwärtsbewegung.
Spanische Effizienz und starke Einzelaktionen
Ein Bruch im französischen Spiel folgte in der 14. Minute nach einer Zweiminutenstrafe. Spanien nutzte zwei aufeinanderfolgende technische Fehler der Franzosen eiskalt aus und setzte sich auf 10:6 ab, was Frankreich zu einem frühen Timeout zwang. In dieser Phase drängte sich besonders Quim Rocas Perez (Nummer 9) in den Vordergrund: Der spanische Spielmacher, der im bisherigen Turnierverlauf eher als Vorbereiter geglänzt hatte, übernahm selbst Verantwortung und strahlte enorme Torgefahr aus.
Zudem verzückte der spanische Aussenspieler Daniel Reinante Santonja (Nummer 20) die Zuschauer mit hervorragender Technik und spektakulären Trickwürfen, gegen die der französische Schlussmann Timothé Riss zunächst machtlos war. Beim Stand von 8:13 (19. Minute) reagierte die französische Bank auf die bis dahin schwachen Torhüterleistungen und brachte Wilson Schultz (Nummer 16) zwischen die Pfosten. Der Wechsel zeigte Wirkung: Die Partie beruhigte sich etwas, Frankreich stabilisierte sich und verkürzte den Rückstand. Trotz eines verfehlten Wurfs auf das verwaiste spanische Tor ging es mit einem noch völlig offenen 14:17 in die Kabine.
Rote Karte bringt den Favoriten nochmals ins Wanken
Auch der zweite Durchgang blieb hochgradig umkämpft. Reinante Santonja eröffnete für Spanien mit einem weiteren sehenswerten Siebenmeter, doch Frankreich liess sich nicht abschütteln und kam beim 17:18 wieder bis auf ein Tor heran. Zwar stellte Spanien den Drei-Tore-Vorsprung zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff vorerst wieder her, doch Frankreich hielt mit aller Kraft dagegen. Torhüter Schultz parierte erst gegen einen spanischen Kempa-Trick und entschärfte kurz darauf sogar einen Gegenstoss nach einem einfachen Ballverlust seiner Vorderleute.
In der 48. Minute folgte eine unglückliche Aktion: Oriol San Felipe Vilarrasa (Nummer 3) kassierte nach einem harten Einsteigen die direkte Rote Karte. Spanien geriet in Unterzahl plötzlich defensiv wie offensiv massiv unter Druck. Frankreich nutzte die Verunsicherung, kam erneut auf ein Tor heran (25:26) und zwang Spanien in der 52. Minute zum Timeout. Die Nervosität bei den Iberern stieg, und prompt scheiterte Reinante Santonja nach zuvor vier verwandten Strafwürfen erstmals vom Siebenmeterpunkt.
Dramatische Schlusssekunden im Titelkampf
Frankreich blies zur Schlussoffensive, schaffte es jedoch in den entscheidenden Momenten nicht, den psychologischen Vorteil komplett zu nutzen. Spanien rettete sich dank Toren von Sergio Sanchez Vidan über die Zeit und behauptete stets eine knappe Führung.
75 Sekunden vor dem Ende, beim Spielstand von 30:31, nahm Spanien das letzte Timeout. Zwar gelang den Spaniern in den verbleibenden Sekunden kein eigener Treffer mehr, doch sie spielten die Uhr so routiniert herunter, dass Frankreich nach dem letzten Ballbesitz keine Zeit mehr für einen kontrollierten Ausgleichstreffer blieb. Spanien rettete den hauchdünnen 31:30-Sieg über die Ziellinie.
Fazit: Abgeklärte Spanier holen den Pokal
Am Ende verbucht Spanien einen verdienten, aber keineswegs überlegenen Sieg. Frankreich zeigte eine charakterstarke Leistung und hätte einen Punktgewinn aufgrund des unermüdlichen Einsatzes ebenfalls verdient gehabt. Die Spanier präsentierten sich über das gesamte Turnier hinweg äusserst abgeklärt – sie taten in den entscheidenden Momenten genau das Nötige, um die engen Partien für sich zu entscheiden, und sicherten sich so ungeschlagen den Turniersieg.
Als beste Spieler des Matches wurden Quim Rocas Perez auf spanischer Seite sowie Thomas Omeyer für Frankreich ausgezeichnet.

.png)



Kommentare